Kauf eines neues Plattenspielers
#3
Hallo Hilde,

willkommen und viel Spaß hier im Forum.

Welche Armlänge sollte man verwenden?
Lange Arme haben eher Probleme mit Resonanzen, bzw. treten diese eher im hörbaren Bereich auf, als bei kurzen Armen.
Dann also einen kurzen Arm?
Kurze Arme führen eher zu größeren Fehlwinkeln, woraus Verzerrungen resultieren.
Also einen Tangentailarm?
Tangentailarme übertragen oft Geräusche des Armantriebs auf das System.
...

Das kann man nun stundenlang so fortführen Big Grin
In der Praxis funktionieren fast alle Arme gut.

Die billigen Riementriebler (egal welches Schild da nun drauf geklebt wird) haben oft grausame Gleichlaufwerte. Die Leiern wie eine Drehorgel (die man ja nicht zufällig auch Leierkasten nennt). Bei besseren Riementrieblern ist der Gleichlauf aber in Bereichen, die wir nicht mehr auflösen können.
Bei Direkttrieblern bewegen wir uns praktisch durchgängig in Bereichen, in denen wir keine Gleischlaufschwankungen mehr hören können. Pohlruckeln und andere Phänomene sind rein akademischer Natur und haben keine Praxisrelevanz.
Kommen wir zu Reibradlern. Das oft beschriebene Rumpeln des Reibrades tritt vor allem bei älteren Geräten auf, bei denen die uralten Reibräder über die Jahrzehnte einen Standschaden erlitten haben. Durch den Austausch des Reibrades (manchmal auch des Reibradbelages) kann man dies komplett beheben. In den frühen 70ern war diese Technik bereits zuendeentwickelt und lieferte fantastische Werte.

Als Fazit: Alle Antriebe funktionieren prima, wenn sie gut in Schuss sind. Aber auch Riemenantriebe kosten Geld, obwohl sie so simpel sind. Wenn sie gut gemacht sind, funktionieren sie aber auch. Aus technischer Sicht haben Direktantriebe die Nase vorn, aber man kann die anderen Konzepte auch verwenden.

Bedienkonzept:
Manuelle Dreher kann fast jeder Dorfschmied bauen. Die werden heute oft gepuscht, weil so auch kleine Firmen mit wenig KnowHow, Dreher produzieren können. Aber Vollautomaten funktionieren nicht schlechter. Diese waren in der Mitte der 80er zuendeentwickelt. 40 Jahre Später ist der Aufwand in der Produktion aber nicht gesunken, weshalb viele Anbieter lieber die einfachen Geräte verkaufen. Hier sind dann die Margen auch höher.
Achso: Ich verwende nur Vollautomaten.

Ich verwende zudem nur Vintage-Dreher, da in den 70er und 80er Jahren hervorragende Plattenspieler gebaut wurden und diese oft auch heute noch perfekt funktionieren. Meist deutlich besser, als die neuen Einsteigermodelle
Gruß

Jan

Si vis pacem, para bellum

Angeschlossene Dreher:
JVC QL-Y55F, Victor QL-Y77F, Technics SL-1300 , Revox B795 

Darf gehen:
Denon DP-37F, Technics SL-Q 33, Sony PS 5550, Luxman PD-284

ToDos:
Sharp Optonica RP-5100, SABA PSP 910, Dual 1019, Dual 1219

[Bild: https://plattenspieler-forum.de/gallery/..._44_29.png]
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Nachrichten in diesem Thema
Kauf eines neues Plattenspielers - von Hilde - 14.05.26, 13:31
RE: Kauf eines neues Plattenspielers - von Jan - 14.05.26, 14:27

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