JVC QL-Y55F hat Anlaufschwierigkeiten
#11
Also keine dicken Anlaufkondensatoren. Hätte auch irgendwie nicht so richtig gepasst.

Außer den Elkos der Motorsteuerung, könnten es natürlich auch kalte Lötstellen in dem Bereich sein.

Die 5 Elkos am Eingang sind nur das allgemeine Netzteil. Da die neu sind, müssen wir sie wohl kaum beachten
Gruß

Jan

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  • Lucky_8473
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#12
Servus,
bin heute an meinen freien Tag mal dazu gekommen, das Gerät aufzuschrauben.

Leichter Hitze bzw. Brandgeruch kam mir entgegen, kann auch erwärmter Staub sein.

Auf dem ersten Blick kann ich keinen aufgeblähten Kondensator finden.

Doch dann fiel mir der Halbleiter D821 auf, eine RD5,6EB3 Zener Diode.

Sie wirkt leicht angekohlt (siehe Bilder), kann sie der Grund sein?
       

PS: hat mich wieder mal erschreckt, was für ein Aufwand an Platinen zum Platten hören benötigt wird. Confused
Gruss Tom
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#13
(17.07.26, 11:39)Lucky_8473 schrieb: PS: hat mich wieder mal erschreckt, was für ein Aufwand an Platinen zum Platten hören benötigt wird. Confused

Bei meinen bevorzugten Plattenspielern ist der Aufwand an Elektronik bei Weitem nicht so hoch. Da kann sogar ich auf Fehlersuche gehen...
Beste Grüße
Ralf

America last!  Tongue
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#14
Wenn eine passende Z-Diode verfügbar ist, würde ich sie tauschen, auch wenn das evtl. nicht die Ursache sein sollte.

Grundsätzlich muss man keinen so großen Aufwand betreiben. Aber JVC hat in den 80ern mal gebaut was geht und das Ergebnis ist ja auch absolut klasse.
Gruß

Jan

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#15
Habe mir gerade die von Michael vorgeschlagenen Elkos angeschaut und stehe dabei aber etwas auf dem Schlauch.

Denn da sind 4 33mF Elkos verbaut C816 & C817 stimmt, aber C867 sollte laut SM ein 0,1MF Elko sein und C868 gibt es im SM nicht. Huh

                                   
Gruss Tom
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#16
Gibt es da unterschiedliche Releases?
Laut dem Auschnitt ist C867 ein Folienkondensator und kein Elko
Gruß

Jan

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#17
Eben, ist komisch, vielleicht weiß Michael mehr dazu.

Hab gerade in Internet nach Bildern gesucht, die haben alle diese blauen Elkos verbaut.

   

Auf einen anderen Bild sieht man, dass die Z-Diode auch etwas verkohlt bzw. braun ist
   
Gruss Tom
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#18
Die KI meint dazu
Zitat:Das ist ein klassisches und bekanntes Phänomen bei Vintage-Audiogeräten aus dieser Ära: Im Zweifel hat die tatsächliche Bestückung der Platine (ab Werk) immer Vorrang vor dem Service-Manual.
Warum weicht die Platine vom Handbuch ab?
  • Ab-Werk-Revisionen (Running Changes): JVC hat während des Produktionszyklus des QL-Y55F oft Schaltungsverbesserungen vorgenommen, um die Stabilität der Motorsteuerung oder des elektronischen Tonarms zu optimieren. Das Service-Manual wurde für diese "stillen Updates" selten neu gedruckt. [1]
  • Filterung und Stabilität: Der Wechsel von 0,1 µF Folienkondensatoren auf 33 µF Elektrolytkondensatoren deutet darauf hin, dass JVC in der Praxis eine stärkere Pufferung oder Glättung an diesen Schaltungspunkten (z.B. zur Entkopplung von Versorgungsspannungen) benötigt hat, um Regelschwingungen zu verhindern.
  • Fehlender C868 im Manual: Dass Bauteile im Schaltplan oder der Teileliste komplett vergessen wurden, kam bei den oft komplexen JVC-Plänen (besonders im Bereich der aufwendigen Biotracer/Servo-Arm-Steuerung) häufiger vor.
Wie sollten Sie beim Tausch vorgehen?

  1. Orientieren Sie sich an der Platine: Bestücken Sie die Positionen C867 und C868 wieder mit 33 µF Elektrolytkondensatoren, genau so, wie Sie sie vorgefunden haben. Ein "Rückbau" auf die 0,1 µF Folienkondensatoren aus dem Handbuch kann zu Fehlfunktionen in der Motorsteuerung oder dem Tonarm-Servo führen.
  2. Spannungsfestigkeit prüfen: Achten Sie auf die auf den alten Elkos aufgedruckte Voltzahl (z.B. 16V, 25V oder 50V) und wählen Sie die neuen Elkos mit derselben oder einer nächsthöheren Spannungsfestigkeit.
  3. Polarität beachten: Da im Manual an dieser Stelle Folienkondensatoren (ungepolt) eingetragen sind, fehlt im Schaltplan oft die Polaritätskennzeichnung für diese Positionen. Machen Sie vor dem Auslöten unbedingt Fotos von der Platine, um die Ausrichtung von Plus (+) und Minus (−) der originalen Elkos exakt zu dokumentieren.
Falls Sie den Plattenspieler gerade wegen konkreter Probleme (wie Drehzahl- oder Armproblemen) überholen, empfiehlt sich bei diesem Modell ohnehin ein kompletter Tausch aller Elektrolytkondensatoren im Steuerungsbereich, da die originalen Typen nach über 40 Jahren oft ihre Kapazität verlieren.
Klingt ja nicht komplett unlogisch, aber hilft auch nicht wirklich weiter.
Zitat:Das Symptom, dass der Teller des JVC QL-Y55F Anlaufprobleme hat (nur zaghaft startet oder angeschoben werden muss), danach aber stabil die Quarz-Verriegelung (Quartz Lock) hält, deutet direkt auf ein Problem in der Motoransteuerung oder der Stromversorgung während der Startphase hin. [1, 2, 3]
Genau hier schließt sich der Kreis zu Ihren beobachteten 33 µF Kondensatoren.
Warum führen diese Elkos zu Anlaufproblemen?

  1. Zu geringer Startstrom (Netzteil/Pufferung): Beim Einschalten benötigt der bürstenlose Direktantriebsmotor kurzzeitig einen hohen Stromimpuls, um die träge Masse des schweren Tellers zu beschleunigen. Sind die Kondensatoren gealtert oder ausgetrocknet, bricht die Spannung in diesem Sekundenbruchteil ein. Der Motor "verhungert" beim Start. Läuft der Teller erst einmal, reicht der minimale Erhaltungsstrom aus und die Elektronik fängt sich wieder. [1, 4, 5, 6, 7]
  2. Die Rolle von C816, C817, C867 und C868: Diese von Ihnen genannten 33 µF Elkos sitzen direkt im Umfeld der Motorsteuerung und der Treiberstufen (oft nahe dem großen STK-Spannungsregler-Hybrid-IC oder den Treibertransistoren). Sie dienen zur Stabilisierung der Betriebsspannung für die einzelnen Motor-Phasen. Wenn JVC hier ab Werk von 0,1 µF Folie auf 33 µF Elko hochgegangen ist, dann genau deshalb, um die Stromlieferfähigkeit beim Anlauf zu stützen. Sind diese Elkos taub, fehlt genau diese Stütze. [2, 8, 9]
Strategie zur Behebung des Fehlers
  • Tauschen Sie die 33 µF und 4,7 µF Elkos der Motorsteuerung: Ersetzen Sie konsequent alle Elektrolytkondensatoren im Bereich der Motorplatine (insbesondere die von Ihnen entdeckten C816, C817, C867 und C868). Verwenden Sie hochwertige, temperaturfeste Typen (105°C, z. B. Panasonic FC/FR oder Nichicon) mit passender Spannungsfestigkeit. [2, 4, 5, 6, 10]
  • Achtung vor bipolaren Elkos: Prüfen Sie im Schaltplan und auf der Platine, ob im Motorbereich bipolare (ungepolte) Elkos verbaut sind. Diese sind oft mit "B.P." oder "Non-Polar" gekennzeichnet. Wenn Sie dort fälschlicherweise normale, gepolte Elkos einbauen, zerstören Sie diese sofort. [2]
  • Kalte Lötstellen nachbessern: Der JVC-Motor und die Leistungskomponenten erzeugen im Betrieb Wärme. Löten Sie die Anschlüsse der Leistungstransistoren, des STK-Reglers und der Steckverbinder zur Motorwicklung unbedingt frisch nach, da feine Haarrisse im Lot ebenfalls den hohen Startstrom blockieren können. [6, 8]
  • Mechanische Schwergängigkeit ausschließen: Auch wenn der Teller gefühlt lange nachläuft: Nehmen Sie den Teller ab und prüfen Sie, ob die nackte Motorachse vollkommen leichtgängig ist. Ein winziger Tropfen Sinterlageröl (z. B. PDP 65 oder spezielles Plattenspieler-Öl) an der Achse schadet nach 40 Jahren nie. [1, 11]
Sobald Sie die fraglichen 33 µF Elkos (unter strikter Beachtung der auf der Platine vorgefundenen Polarität) erneuert haben, sollte der Motor wieder das nötige Drehmoment aufbringen, um den Teller zügig aus dem Stand zu beschleunigen. [1, 4]
Haben Sie die neuen Kondensatoren bereits vorliegen, oder benötigen Sie Unterstützung bei der Identifikation weiterer kritischer Bauteile auf der Platine?

[1] https://plattenspieler-forum.de
[2] https://plattenspieler-forum.de
[3] https://www.facebook.com
[4] https://www.ebay.at
[5]
[6]
[7] https://www.stereonet.com
[8] https://plattenspieler-forum.de
[9] https://vinylengine.com
[10]
[11] https://www.facebook.com
Gruß

Jan

Si vis pacem, para bellum

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#19
Moin,

hast Du ein Multimeter mit Diodentester? Wäre doch ein einfaches und kann idR insito durchgemessen werden.

LG
Martin
Roksan Xerxes / Artemiz / Ortofon Virtus und jede Menge anderes Geraffel
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#20
Jetzt mußte ich erstmal goggeln, dass insito ein italienisches Adjektiv ist und unter anderem "eingebaut" bedeutet... Idea
Beste Grüße
Ralf

America last!  Tongue
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  • tschuklo, Jan
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