Weathers Synchromatic "66"
#1
Hi,

Da ich nun endlich ein komplettes 110V/60Hz Umspannwerk mein eigen nennen kann und der Dreher endlich läuft dachte ich mir dieser Exot hat ein eigenes Thema verdient.

Darum geht's:

   

Alle verfügbaren Angaben zum Modell auf dem letzten Stück Originalkarton. Den Rest musste ich wegen Gammel entsorgen.

Und so sieht er aus und spielt (bessere Bilder gibt's mit Tageslicht):

   

Anfang der 60er war das alles irgendwie anders und neu. Das Konzept ist eher: Sie viel wie nötig, so wenig wie möglich. Und dabei noch richtig hochwertig.

Alles ist sehr leicht. Ich glaube unter 4kg. Hauptmaterialien sind Alu, Walnuss und brauner Gummi.

Unten eine gepresste Aluwanne. Darum ein Vollholzrahmen der einfach mit vier Riegeln befestigt ist. Geht mit einem Schraubendreher schnell auf.
Auf jeweils zwei Scheiben dickem Gummischlauch ruht das Schwingchassis aus 3mm Alu. Diese Schlauchscheiben liegen wie eine 8 übereinander und dienen der Entkopplung. Die jeweils unter Hälfte ist in der Höhe durch eine Schraube von unten verstellbar um das Chassis zu justieren. Das war etwas schlapp und ich habe zusätzlich passende Silikonschlauchstücke eingeschoben.
Das alles ist nur ca 4cm hoch.

Der Antrieb besteht aus zwei Uhrenmotoren mit direkt aufgestecktem Gummipulley/-reibrad ohne Zwischenrad.
Der Teller ist auch aus Alublech gepresst und wiegt fast nix. Läuft aber akkurat. Ich denke nur wenn er einmal runter fällt dann war's das. Die dicke Gummimatte dürfte fast schwerer sein.

Der Arm ist komplett aus Walnuss mit ein paar Anbauteilen. Die Lager sind gedämpft und nur als Gleitlager ausgeführt. Laut Info soll er sich innerhalb einer Sekunde von der höchsten Position auf die Platte absenken. Das tut er auch. 

Der Tonabnehmer arbeitet nach dem Strain Gauge Prinzip und ist Mini. Nackter Diamant mit 12 mü Verrundung. Das nötige Speiseteil ist im Gehäuse untergebracht und kann von RIAA (in den MM Eingang) auf MM (für den Hochpegeleingang) umgeschaltet werden. Ist total blöd benannt und ich hab gleich mal meinen Verstärker total überfahren....

Soweit mal dazu. Smile

Viele Grüße 

Roman
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#2
Hier noch ein besseres Bild vom Dreher beim ersten Inbetriebnahmeversuch:

   

Da ist noch die zuerst gekaufte Motorsteuerung zu sehen die aber keinen vernünftigen Sinus macht.

Diese Kombination aus Coleman Netzteil (war gebraucht billig und kann 500W) und Wechselrichter von 12V auf 110V/60Hz funktioniert tadellos und die Motoren machen keine Geräusche. Strobo steht auch still..... wenn man nicht das Original für 60Hz nimmt.... Wink

   

Viele Grüße 

Roman
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#3
(10.12.25, 19:43)Tornadone schrieb: Der Antrieb besteht aus zwei Uhrenmotoren mit direkt aufgestecktem Gummipulley/-reibrad ohne Zwischenrad.

Der Tonabnehmer arbeitet nach dem Strain Gauge Prinzip und ist Mini.

Der "square pancake"...Sehr gut geworden Roman... th_up

Uhrenmotoren? Kann der Dreher dann mit dem Tonarm auch noch die Zeit anzeigen? Also 2 in 1?

Wie arbeitet so ein Tonabnehmer nach diesem System? Strain gauge ist ja ein Dehnungsmeßstreifen...Hat das was mit folgender Erklärung zu tun?

Zitat:Ein Dehnungsmessstreifen funktioniert, indem er seinen elektrischen Widerstand an einem Objekt misst, das einer axialen, Biege-, Scher- oder Torsionskraft ausgesetzt ist...
Beste Grüße
Ralf

America last!  Tongue
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#4
Klar zeigt der die Zeit an Ralf. Du musst nur 100 Umdrehungen zählen dann sind drei Minuten vorbei. Wink

Zu den Strain Gauge Tonabnehmern gab es hier in letzter Zeit auch schon einen Faden in dem es um die Technics Variante ging. Finde ihn nur gerade nicht...

Grundsätzlich funktionieren die Teile aus mechanischer Sicht wie Piezosysteme. Es wird also ein bestimmtes Material durch die Nadelbewegung verbogen und ändert dadurch seine elektrische Eigenschaft. Allerdings wird hier keine Spannung erzeugt sondern es ändert sich nur der Widerstand. Bzgl Brumm und Einstreuungen ist das natürlich top. Der Nachteil ist dass von außen eine Spannung angelegt werden muss was durch das Speiseteil passiert. Dort wird dann auch die Widerständsänderung in ein nutzbares Signal übersetzt. Hört sich schwierig an, ist aber eine ganz einfache Schaltung. Eine Entzerrung entfällt dabei weil diese bereits im Tonabnehmer passiert.

Beim Weathers lässt sich der Ausgang sogar umschalten. Entweder direkt für Hochpegeleingang oder für den MM Eingang. Da liegt dann natürlich eine Anti RIAA Schaltung davor weil im Preamp ja wieder entzerrt wird.

Viele Grüße

Roman
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