Gestern, 13:52
Ich beschäftige mich mit HiFi, seit ich 16 Jahre alt bin. u.a. Uher war eine meiner frühen Stationen, später kamen Atoll, Focal Expression, Isophon Indigo II und die Sonus faber Toy. Gerade die Toy hat mir schon damals eine Richtung gezeigt, die mich bis heute begleitet: Ich wollte nicht nur guten Klang, ich wollte Musik.
Mein Weg war allerdings nie eine gerade Linie. Es gab längere Pausen, in denen HiFi keine Rolle spielte. Aber die letzten zwölf Jahre waren anders. In dieser Zeit bin ich so tief in die HiFi-Welt eingestiegen wie nie zuvor. ELAC 267, Canton Reference 8K, Lyngdorf TDAI 3400 mit CD-2 – verschiedene Lautsprecher, verschiedene Verstärkerkonzepte, verschiedene Philosophien. Dazu kamen unzählige Vergleiche, Überlegungen und natürlich immer wieder dieselbe Frage: Geht es noch besser?
Ich glaube, genau diese Frage kennen viele HiFi-Enthusiasten. Man hört irgendwo eine Anlage und stellt fest: Der Bass ist kontrollierter. Bei einer anderen ist die Bühne größer. Eine weitere klingt feiner oder dynamischer. Und plötzlich ist man wieder auf der Suche. Nach dem nächsten Lautsprecher, dem nächsten Verstärker, dem nächsten DAC und irgendwann nach dem letzten Prozent. Ich kenne diese Suche sehr gut. Und irgendwann habe ich verstanden, dass man dabei etwas Entscheidendes verlieren kann: Man hört irgendwann mehr die Anlage als die Musik.
Meine heutige Anlage ist deshalb für mich nicht einfach eine Ansammlung hochwertiger Komponenten. Sie ist ein Gesamtkonzept. Im Mittelpunkt stehen meine Sonus faber Electa Amator III und der Fezz Lybra 300B Evolution. Dazu kommt der Rotel Michi Q5 als digitale Quelle, verbunden über das Sommer Cable Epilogue RCA. Zu den Lautsprechern geht es über den Inakustik LS-2404 MKII. Für die Stromversorgung sorgt der Dynavox X4100, und auch bei der Stromverkabelung habe ich mit LAPP ÖLFLEX bewusst eine hochwertige und für mich stimmige Lösung gewählt.
Aber selbst damit ist meine Anlage noch nicht vollständig beschrieben. Denn eine der wichtigsten Komponenten steht nicht im Rack: Es ist der Raum.
Mein Hörraum ist gerade einmal 3,60 Meter breit, 3,30 Meter tief und 2,45 Meter hoch. Die Lautsprecher stehen symmetrisch, der Hörplatz ist darauf abgestimmt und die Raumakustik wurde gezielt behandelt. In den Ecken arbeiten Fairland-Studio-Eckabsorber, dazu kommen aixFOAM-Absorber an Decke und Rückwand. Dabei ging es mir nie darum, den Raum totzudämpfen. Ich wollte störende Reflexionen kontrollieren und gleichzeitig die Musik atmen lassen. Denn irgendwann habe ich begriffen: Ein Lautsprecher spielt nicht im Prospekt. Er spielt in einem Raum. Und erst dort entscheidet sich, ob aus hochwertigen Einzelkomponenten tatsächlich ein musikalisch stimmiges System wird.
Auch meine Hörlautstärke spielt dabei eine Rolle. Mehr als etwa 85 dB brauche ich nicht. Ich brauche keine Anlage, die enorme Pegelreserven für Lautstärken besitzt, die ich niemals hören möchte. Mein Umfeld passt, ich habe keinen Ärger mit Nachbarn und kann meine Musik in Ruhe hören. Auch das gehört für mich zu einer gelungenen HiFi-Anlage: Sie muss nicht nur technisch zu mir passen, sondern auch zu meinem Leben.
Inzwischen habe ich viele Anlagen und große Namen gehört. Burmester, Fischer & Fischer und auch die neue große Sonus faber Amati. Natürlich gibt es dort Dinge, die beeindruckend sind. Mehr Tiefgang, mehr Pegel, mehr Kontrolle oder in einzelnen Disziplinen vielleicht sogar mehr technische Perfektion. Aber irgendwann saß ich wieder vor meiner eigenen Anlage und stellte fest: Ich möchte keine davon.
Nicht, weil es nichts Besseres gibt. Sondern weil mir nichts fehlt.
Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Natürlich könnte ich weitergehen. Eine Gryphon EOS 2 würde mir vermutlich in manchen Bereichen noch mehr Struktur und Kontrolle im Bass bieten. Aber dafür müsste ich wahrscheinlich auch die Verstärkerseite verändern. Und dann würde ich vielleicht etwas gewinnen, aber möglicherweise auch etwas verlieren: den Schmelz meiner 300B, die Art, wie Stimmen bei mir stehen, die Körperlichkeit und diese besondere emotionale Geschmeidigkeit. Plötzlich war die Frage nicht mehr: Was kann ich noch verbessern? Die Frage war: Was möchte ich überhaupt verbessern?
Die Antwort war einfach: Nichts.
Das war für mich die eigentliche Erleuchtung.
Ich habe nicht erkannt, dass meine Anlage die beste der Welt ist. Ich habe erkannt, dass sie für mich, meinen Raum, meine Lautstärke, meine Musik und meine Vorstellungen von Klang ganz weit oben angekommen ist. Vielleicht sogar genau dort, wo eine HiFi-Anlage irgendwann sein sollte: nicht dort, wo sie alles andere schlägt, sondern dort, wo man aufhört, sie mit anderen Anlagen vergleichen zu wollen.
Denn ich glaube inzwischen, dass manche Menschen ihr ganzes Leben suchen. Sie kaufen, verkaufen, wechseln und vergleichen. Kaum haben sie etwas Neues gefunden, beginnt die nächste Suche. Vielleicht suchen sie irgendwann gar nicht mehr nach besserem Klang. Vielleicht suchen sie nach dem Gefühl, endlich angekommen zu sein.
Ich habe dieses Gefühl heute.
Und deshalb möchte ich meine Anlage nicht mehr verbessern. Ich möchte sie hören. Mit Lhasa, mit Jewel, mit Brandi Carlile, mit Linda Perry, mit Amy Macdonald, mit Katja Werker und mit jedem anderen Künstler und jedem musikalischen Projekt, das mich berührt.
Und jetzt passiert etwas, das ich früher vielleicht gar nicht für möglich gehalten hätte: Ich höre nicht mehr meine 300B. Ich höre nicht mehr den DAC. Ich höre nicht mehr die Kabel. Ich höre nicht mehr die Lautsprecher. Ich höre nicht mehr den Raum. Ich höre Musik.
Vielleicht ist genau das die höchste Form von High-End. Nicht wenn man noch mehr aus einer Anlage herausholen kann, sondern wenn man irgendwann aufhört, darüber nachzudenken. Die Technik ist dann dort angekommen, wo sie hingehört: im Hintergrund. Und die Musik steht wieder dort, wo sie immer hätte stehen sollen: im Mittelpunkt.
Nach all den Jahren habe ich deshalb eine Erkenntnis gewonnen, die sich für mich in einem einzigen Satz zusammenfassen lässt: Ich habe nicht aufgehört zu suchen, weil es nichts Besseres mehr gibt. Ich habe aufgehört zu suchen, weil ich nichts mehr vermisse.
Seit diesem Moment hat sich mein HiFi-Hobby verändert. Ich suche nicht mehr nach der nächsten Anlage. Ich suche nach der nächsten Musik.
Mein Weg war allerdings nie eine gerade Linie. Es gab längere Pausen, in denen HiFi keine Rolle spielte. Aber die letzten zwölf Jahre waren anders. In dieser Zeit bin ich so tief in die HiFi-Welt eingestiegen wie nie zuvor. ELAC 267, Canton Reference 8K, Lyngdorf TDAI 3400 mit CD-2 – verschiedene Lautsprecher, verschiedene Verstärkerkonzepte, verschiedene Philosophien. Dazu kamen unzählige Vergleiche, Überlegungen und natürlich immer wieder dieselbe Frage: Geht es noch besser?
Ich glaube, genau diese Frage kennen viele HiFi-Enthusiasten. Man hört irgendwo eine Anlage und stellt fest: Der Bass ist kontrollierter. Bei einer anderen ist die Bühne größer. Eine weitere klingt feiner oder dynamischer. Und plötzlich ist man wieder auf der Suche. Nach dem nächsten Lautsprecher, dem nächsten Verstärker, dem nächsten DAC und irgendwann nach dem letzten Prozent. Ich kenne diese Suche sehr gut. Und irgendwann habe ich verstanden, dass man dabei etwas Entscheidendes verlieren kann: Man hört irgendwann mehr die Anlage als die Musik.
Meine heutige Anlage ist deshalb für mich nicht einfach eine Ansammlung hochwertiger Komponenten. Sie ist ein Gesamtkonzept. Im Mittelpunkt stehen meine Sonus faber Electa Amator III und der Fezz Lybra 300B Evolution. Dazu kommt der Rotel Michi Q5 als digitale Quelle, verbunden über das Sommer Cable Epilogue RCA. Zu den Lautsprechern geht es über den Inakustik LS-2404 MKII. Für die Stromversorgung sorgt der Dynavox X4100, und auch bei der Stromverkabelung habe ich mit LAPP ÖLFLEX bewusst eine hochwertige und für mich stimmige Lösung gewählt.
Aber selbst damit ist meine Anlage noch nicht vollständig beschrieben. Denn eine der wichtigsten Komponenten steht nicht im Rack: Es ist der Raum.
Mein Hörraum ist gerade einmal 3,60 Meter breit, 3,30 Meter tief und 2,45 Meter hoch. Die Lautsprecher stehen symmetrisch, der Hörplatz ist darauf abgestimmt und die Raumakustik wurde gezielt behandelt. In den Ecken arbeiten Fairland-Studio-Eckabsorber, dazu kommen aixFOAM-Absorber an Decke und Rückwand. Dabei ging es mir nie darum, den Raum totzudämpfen. Ich wollte störende Reflexionen kontrollieren und gleichzeitig die Musik atmen lassen. Denn irgendwann habe ich begriffen: Ein Lautsprecher spielt nicht im Prospekt. Er spielt in einem Raum. Und erst dort entscheidet sich, ob aus hochwertigen Einzelkomponenten tatsächlich ein musikalisch stimmiges System wird.
Auch meine Hörlautstärke spielt dabei eine Rolle. Mehr als etwa 85 dB brauche ich nicht. Ich brauche keine Anlage, die enorme Pegelreserven für Lautstärken besitzt, die ich niemals hören möchte. Mein Umfeld passt, ich habe keinen Ärger mit Nachbarn und kann meine Musik in Ruhe hören. Auch das gehört für mich zu einer gelungenen HiFi-Anlage: Sie muss nicht nur technisch zu mir passen, sondern auch zu meinem Leben.
Inzwischen habe ich viele Anlagen und große Namen gehört. Burmester, Fischer & Fischer und auch die neue große Sonus faber Amati. Natürlich gibt es dort Dinge, die beeindruckend sind. Mehr Tiefgang, mehr Pegel, mehr Kontrolle oder in einzelnen Disziplinen vielleicht sogar mehr technische Perfektion. Aber irgendwann saß ich wieder vor meiner eigenen Anlage und stellte fest: Ich möchte keine davon.
Nicht, weil es nichts Besseres gibt. Sondern weil mir nichts fehlt.
Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Natürlich könnte ich weitergehen. Eine Gryphon EOS 2 würde mir vermutlich in manchen Bereichen noch mehr Struktur und Kontrolle im Bass bieten. Aber dafür müsste ich wahrscheinlich auch die Verstärkerseite verändern. Und dann würde ich vielleicht etwas gewinnen, aber möglicherweise auch etwas verlieren: den Schmelz meiner 300B, die Art, wie Stimmen bei mir stehen, die Körperlichkeit und diese besondere emotionale Geschmeidigkeit. Plötzlich war die Frage nicht mehr: Was kann ich noch verbessern? Die Frage war: Was möchte ich überhaupt verbessern?
Die Antwort war einfach: Nichts.
Das war für mich die eigentliche Erleuchtung.
Ich habe nicht erkannt, dass meine Anlage die beste der Welt ist. Ich habe erkannt, dass sie für mich, meinen Raum, meine Lautstärke, meine Musik und meine Vorstellungen von Klang ganz weit oben angekommen ist. Vielleicht sogar genau dort, wo eine HiFi-Anlage irgendwann sein sollte: nicht dort, wo sie alles andere schlägt, sondern dort, wo man aufhört, sie mit anderen Anlagen vergleichen zu wollen.
Denn ich glaube inzwischen, dass manche Menschen ihr ganzes Leben suchen. Sie kaufen, verkaufen, wechseln und vergleichen. Kaum haben sie etwas Neues gefunden, beginnt die nächste Suche. Vielleicht suchen sie irgendwann gar nicht mehr nach besserem Klang. Vielleicht suchen sie nach dem Gefühl, endlich angekommen zu sein.
Ich habe dieses Gefühl heute.
Und deshalb möchte ich meine Anlage nicht mehr verbessern. Ich möchte sie hören. Mit Lhasa, mit Jewel, mit Brandi Carlile, mit Linda Perry, mit Amy Macdonald, mit Katja Werker und mit jedem anderen Künstler und jedem musikalischen Projekt, das mich berührt.
Und jetzt passiert etwas, das ich früher vielleicht gar nicht für möglich gehalten hätte: Ich höre nicht mehr meine 300B. Ich höre nicht mehr den DAC. Ich höre nicht mehr die Kabel. Ich höre nicht mehr die Lautsprecher. Ich höre nicht mehr den Raum. Ich höre Musik.
Vielleicht ist genau das die höchste Form von High-End. Nicht wenn man noch mehr aus einer Anlage herausholen kann, sondern wenn man irgendwann aufhört, darüber nachzudenken. Die Technik ist dann dort angekommen, wo sie hingehört: im Hintergrund. Und die Musik steht wieder dort, wo sie immer hätte stehen sollen: im Mittelpunkt.
Nach all den Jahren habe ich deshalb eine Erkenntnis gewonnen, die sich für mich in einem einzigen Satz zusammenfassen lässt: Ich habe nicht aufgehört zu suchen, weil es nichts Besseres mehr gibt. Ich habe aufgehört zu suchen, weil ich nichts mehr vermisse.
Seit diesem Moment hat sich mein HiFi-Hobby verändert. Ich suche nicht mehr nach der nächsten Anlage. Ich suche nach der nächsten Musik.
Gruß Andy
hörst du schon oder geizt du noch?
hörst du schon oder g
hörst du schon oder geizt du noch?
hörst du schon oder g



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