Klaudio Magnezar Turntable
#7
Es ist mechanisch durchaus sinnvoll, ein mechanisches Lager durch eine Magnetfederung zu entlasten. Dadurch nimmt man viel kraft vom eigentlichen Lager ohne dass sich der Teller gleich in einem dynamischen Schwebezustand befindet. Es gibt gar nicht so wenige Plattenspieler, die das so umsetzen. (Z.B. der Victor QL-Y77F)
Ein schwebender Teller, egal ob ds durch Druckluft oder durch Magnetfelder geschieht, ist für Plattenspieler eine komplett schlechte Wahl. Immerhin hast du dadurch einen Teller, der je nach Belastung mehr oder weniger nach unten nachgibt und das unabhängig vom Tonarm. Das ist auf jeden Fall mal negativ für die Armgeometrie. Das ist genau so ein Unfug wie die Entkoppelung von Boxen durch Füße mit Magnetlager. 

Man kann natürlich auch einen Plattenteller magnetisch schweben lassen. Dazu verwendet man ringförmig angeordnetet Elektromagnete und misst den Abstand zu mindestens 3 (meist deutlich mehr) Seiten mit einer hohen Frequenz, um dann entsprechend gegenzuregeln. Wenn man da sowohl genug Energie, als auch genug Masse rein steckt, wird man so ein System durchaus stabil bekommen. Verwendet man hier einen entsprechend schweren Teller, wird das System auch nicht besonders auf die Kräfte durch die Nadel reagieren. 
Trotzdem sind solche Systeme sehr anfällig für Resonanzen. 
Ein wenig Reibung im Tellerlager ist keine schlechte Sache. Sie wirkt ohne technischen Aufwand solchen Resonanzen entgegen und ist für den Antrieb kein Problem. 

Es hat schon seinen Sinn, warum die Masse der Dreher nur um die 95% des Gewichts über Magnete abfängt und für den Rest ein mechanisches Lager verwendet. Durch diese Konstruktion wird die Belastung auf das Tellerlager erheblich reduziert, was Verschleiß mindert. Trotzdem behält man die exakte Führung eines mechansichen Lagers. 
Ein klassisches Tellerlager besteht mechanisch betrachtet aus zwei Lagern: Senkrecht ruht das Gewicht auf einer Kugel, einem Nadellager oder einem Wälzlager. Horizontal wird der Teller durch eine Gleitbuchse oder durch ein Kugellager geführt. Diese beiden Lager haben einen gewissen Abstand zueinander, wodurch das System auch gegen Kippmomente und Taumelbewegungen recht stabil ist. 
Angenommen man fängt 100% des Gewichts über das Magnetlager ab und möchte die horizontale Führung weiter mechansisch betreiben. Dann hat man, durch den Fuß keine nenneswerte Führung mehr und muss die Lagerbuchse verlängern um das gleiche ergebnis zu erzielen. Man hat also eher wenig gewonnen.
Gruß

Jan

Si vis pacem, para bellum

Angeschlossene Dreher:
2x Victor QL-Y77F, Technics SL-1300

Darf gehen:
Technics SL-Q 33, Sony PS 5550, Luxman PD-284

ToDos:
Sharp Optonica RP-5100, SABA PSP 910, Dual 1019, Dual 1219

[Bild: https://plattenspieler-forum.de/gallery/..._44_29.png]
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RE: Klaudio Magnezar Turntable - von rowo - Vor 10 Stunden
RE: Klaudio Magnezar Turntable - von Jan - Vor 10 Stunden
RE: Klaudio Magnezar Turntable - von Jan - Vor 3 Stunden

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