Was habt ihr gerade auf der Arbeitsplatte
@wgh52

Mir ist der Vorteil eines aktiven Gleichrichters bei einem Phonovorverstärker nicht klar. Das Argument für den aktiven Gleichrichter ist die geringe Verlustleistung. 
  1. Der Verbrauch eines VV ist als gering anzusehen, dementsprechend ist auch die Verlustleistung eines passiven Gleichrichters gering. 
  2. Der Schaltungsaufwand ist aber sehr hoch und ich habe bei einer kleinen Recherche auch von Störanfälligkeiten gelesen (z.B. in Bezug auf Schalt- bzw. Schwellspannungen). 
  3. Verlustleistung geht immer mit Wärmeentwicklung einher und das würde eine Rolle spielen, wenn man zwingend auf kleinste Gehäuse angewiesen wäre, aber das ist man nicht. 
Man erkauft sich also die geringe Verlustleistung durch ein aufwändiges Schaltungsdesign, das u.U. störanfällig ist und keine nennenswerten Vorteile bringt. Oder übersehe ich etwas?
Viele Grüße
Darwin (Thomas)
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  • Jan
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Ich habe mich bis jetzt nicht mit aktiven Gleichrichtern befasst. Im Leistungsbereich bis 1 kW spielen diese auch kaum eine Rolle.

Was ich gelesen habe, haben sie einen besseren Wirkungsgrad, da in ihnen kein fester Spannnungsabfall stattfindet, der in Verbindung mit dem Durchlassstrom die Verlustleistung ausmacht.
Da bin ich gedanklich aber bei @darwin Thomas. Ein Spannungsabfall von 0,7 V (typisch für Dioden) würde bei den geringen Leistungen eines Phono-Pres (typisch unter 10 W bei etwa 36 V), zu einem winzigen Strom von 1/4 A führen. Damit hätten wir an der Diode eine Verlustleistung unter 0,2 W. Das kann es also nicht sein.

Gibt es andere Gründe für eine aktive Gleichrichtung?
Gruß

Jan

Si vis pacem, para bellum

Angeschlossene Dreher:
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Darf gehen:
Technics SL-Q 33, Sony PS 5550, Luxman PD-284

ToDos:
Sharp Optonica RP-5100, SABA PSP 910, Dual 1019, Dual 1219

[Bild: https://plattenspieler-forum.de/gallery/..._44_29.png]
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Nun Thomas,

es gibt einige Aspekte, die möglicherweise theoretisch erscheinen und einige, die Overkill sein mögen:

1. Es ist halt Hobby!
2. Wir hatten versuchsweise AGRs und einen passenden Trafo in ein PWX eingebaut und dann direkt mit einem unmodifizierten PWX verglichen.
3. Technisch/Theoretisch gesehen hat AGR den Vorteil "im Nulldurchgang" und ohne Diodenschwellspannung zu schalten
4. Neben AGR sind (messtechnisch auf den Trafo abgeglichene) Sekundärwicklungssnubber eingebaut, die Rückwirkungen der Gleichrichtung auf den Trafo minimieren.

Inwieweit diese Maßnahmen klanglich relevant sind ist individuell subjektiv zu bewerten, meine ich, und natürlich kann man (wie bei allen Modifikationen) auch "ohne" schon richtig gut Musik hören Rolleyes . Die Investition für AGR ist aber nicht wirklich riesig. Unsere Erfahrung ist jedenfalls, daß PhonoVV von "besserem" Netzteil klanglich profitieren, Allgemeingültigkeit behaupten wir nicht.

Die SV Folienkondensatoren Modifikation sehe ich eher kritisch (obwohl ich sie gemacht habe), unterschiedliche Folienkondensatoren klangmäßig zu unterscheiden halte ich für schwierig... Ich mach sie halt, weil sie ein Freund haben will  Cool
Grüße,
Winfried
[Aktivlautsprecherfan]
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Was sind denn AGRs in Netzteilen? Schutzschaltungen?

Und PWX mußte ich auch erstmal gugeln und mir dabei raussuchen, dass es wahrscheinlich Linearnetzteile von Lehman Audio sind.

Es steckt nicht jeder so tief in der Materie, Winfried...Etwas ausführlicher, für Dummis wie mich, wäre hilfreich... Wink
Beste Grüße
Ralf

America last!  Tongue
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Sorry Freunde...

AGR=Aktiver Gleichrichter: NMOSFETs schalten die Gleichrichtung im Nulldurchgang anstatt Dioden mit Schwellspannung und höherem On-Widerstand, was u.a. zu weniger Schaltstörungen auf der Gleichspannung und hier als Nebensache auch weniger Verlustleistung führt.

Stimmt, Lehmann PhonoVV kommen hier im Forum wenig vor, keine Ahnung warum, aber ich habe zwei Black Cube SE II. Sie laufen mit externem, sogenannten PWX Netzteil, das +/-15V mit geschirmtem 30VA Trafo und LM317/327 Schaltung erzeugt. Und an diesen Geräten optimiere ich halt für mich und einige wenige andere Leute Smile

Ich will den Thread aber auch nicht zu sehr ablenken, das war nicht meine Absicht  Blush
Grüße,
Winfried
[Aktivlautsprecherfan]
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Danke, Winfried @wgh52 , für deine Erläuterungen. Ich gehöre zu den Leuten, die nicht alles sofort grundlos ablehnen und auch nicht zu denen, die alles direkt hypen. Ich möchte gerne verstehen. AGRs wurden für Messgeräte entwickelt, um weniger Störungen bei der Messung von Wechselspannungen zu haben und um den Messfehler zu verringern. Die Schaltung ist also auf jeden Fall sinnvoll, die Frage ist für mich: ist sie das auch für diesen Anwendungsbereich? Wenn das gesamte Schaltungsdesign aufwändig ist und der Platz kein Problem darstellt - warum nicht? In den meisten Fällen ist das aber wohl mit Spatzen auf Kanonen geschossen... oder so ähnlich  lol
Viele Grüße
Darwin (Thomas)
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Thomas,

Dein Gedanke ist natürlich nachvollziehbar berechtigt. Ich schwurbele halt weder gut noch gerne über subjektive Wahrnehmungen und kann dehalb keine schlüssige Antwort geben. Was ich neben eigener positiver Erfahrung weis ist, daß es HiFi Hersteller und Gerätemodifizierer gibt, die AGRs generell in ihren Lautsprechern und Elektronikmodifikationen einsetzen und das klangqualitätsbezogen begründen. Wie gerne würde ich die Sinnhaftigkeit besser begründen können...

"Kanonen auf Spatzen" fängt mMn nicht bei AGRs an und man kann wohl fragen: 
"Braucht" ein PhonoVV mit seinen max. 500mA Strombedarf wirklich ein Netzteil mit zigtausend µF Siebkapazität und 30VA Trafo?
"Braucht" ein PhonoVV Netzteil wirklich mit Cs überbrückte Gleichrichterdioden bzw. warum?
...

Mein Fazit: Man muss AGRs nicht unbedingt nutzen, sind nicht der riesige Durchbruch, aber sie bringen mir und Anderen 'was, sind zudem billiger als so manche Kabel-, Stecker- und Gerätewechselexperimente Wink
Grüße,
Winfried
[Aktivlautsprecherfan]
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