Benötige Hilfe bei Telefunken STS 1
#11
(15.09.26, 20:06)Taylor schrieb: Bei der Besichtigung stellten sich die üblichen Probleme mit den Netzschaltern der Komponenten STM, STP, STT und STC heraus.

Der STS 1 lief nach dem Einschalten im Dauerbetrieb (Plattenteller drehte sich). Weder die Endabschaltung über den Tonarm, noch der Tonarm-Lift funktionierten.

Ich habe mir heute zunächst den STS 1 vorgenommen:

- Der Motor für den Tonarmlift drehte nicht. Erst mit etwas Nachhilfe durch vorsichtiges manuelles Bewegen der Motorwelle lief der Motor wieder an.
- Der Motor für den Tonarmlift macht in eine Richtung leichte Quietschgeräusche, so als wenn die Motorwelle etwas "trocken" läuft.
- Die Kunststoff-Zahnräder und die Schnecke des Tonarmmotor sind ziemlich verklebt und müssen gereinigt werden (habe ich erst mal so gelassen)
- Den Aufsetzpunkt des Tonarms konnte ich bereits über die "Schraube 1-B" gem. Service-Manual justieren jetzt klappt es auch schon (fast) mit der Tonarm-Rückführung. Beim letzten Stück muss man etwas nachhelfen, damit der Tonarm in die Endposition kommt. 
- nach Abschalten mit dem Hauptschalter hört man Geräusche vom Hauptantrieb. Diese verschwinden, wenn ich das Gerät wieder einschalte. 


Die Netzschalterproblematik ist bekannt, sie betrifft aber nie die Plattenspieler, da diese bei Fujiya Audio in Japan zugekauft sind und nur ein Telefunken-Schildchen tragen.

Der Tonarm-Motor wird die von Dir beschriebenen Probleme immer wieder zeigen, wenn er nur "angeschubst" wird. Dadurch, dass er nie frei dreht sondern immer nur ganz wenige Umdrehungen macht, sprechen wir vom sogenannten "Dead-Spot". Kommutator und Bürsten müssen gereinigt werden. 

An Schmierstoffen für das Gerät reichen Ballistol Mehrzweckfett 35350 und Mobil DTE Heavy Medium. Vorher sollte die gesamte Mechanik von alten Schmierstoffen befreit werden. Isopropanol ist dafür gut geeignet.

Den Entstörkondensator, der parallel zum Netzschalterkontakt sitzt, musst Du auf jeden Fall tauschen, dann sind auch die Geräusche nach dem Ausschalten weg.
Gruß
Michael
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#12
Wow, das ist ja toll, wie rasch Ihr mir geantwortet habt. Ich besorge mir jetzt die benötigten Utensilien und werde weiter berichten. Vielleicht bessert sich das Problem mit der Tonarm-Rückführung (Vorschubhebel/Mikroschalter) nach der Reinigung.

Vielen Dank !!! Ich werde weiter berichten.
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#13
(15.09.26, 20:06)Taylor schrieb: - Habt ihr bzw. Pernod61 auch die Geräusche vom Hauptantrieb nach Ausschalten?

Hallo Lutz,

zunächst auch von mir ein herzlicher Willkommensgruß. Spitzenwitz hat Dir ja bereits wertvolle Informationen zur Revision des STS 1 gegeben, denen ich nur voll umfänglich zustimmen kann.

Ich habe an meinem STS 1 - wie empfohlen - den Entstörkondensator getauscht, die Zahnräder mit Isopropanol entfettet und danach mit neuem Mehrzweckfett versorgt, das ich vor längerer Zeit einmal von einem Forumskollegen aus dem Dual-Board bekommen habe.

Der Tonarmmotor meines STS 1 macht ebenfalls leichte Geräusche, mit denen ich jedoch leben kann, da sie beim Plattenanhören nicht auftreten. Die von Dir o.a. Geräusche vom Hauptantrieb nach dem Ausschalten treten bei meinem STS 1 nicht auf.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg bei der Revision der Telefunken-Anlage.

Gruß
Andreas
2x Dual CS 741Q (MCC120 u. OM30), CS 731Q (2M Blue), CS 714Q (MC 42), CS 704 (VM 95 ML), CS 701 (V15 III), CS 617Q (ULM 55E), CS 1229 (VM 520 EB), CS 1228 (DM 95G), CS 1219 (DM 103ME), 1019 (M 75 B2), DT255 (95 E), Lenco L-3807 (LMA5), Philips 406, 212, 202 (alle GP 400), Telefunken STS1 (S2C) u. Grundig Studio 2040 (M 95 G-LM)
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#14
Hallo Andreas,

es hat sich schon ein bisschen getan:

oberes Foto - quietschender Tonarm-Motor 

Den Motor habe ich vorsichtig herausgenommen und die schwarze Motorabdeckung gelöst (2 kleine Kreuzschlitzschrauben). Dann habe ich die Abdeckung sehr vorsichtig ein paar Millimeter hervorgezogen, bis ich eine kleinen Widerstand - verursacht durch die Motorkohlen - gespürt habe. Der Spalt war groß genug um das hinterer Ende der Welle und den Zustand der Kohlen und der Kontakte auf der Welle zu sehen. Soweit keine sichtbaren Verschmutzungen. Ich habe die Welle im hinteren Lager (in der schwarzen Abdeckung) sowie vorn bei der Schnecke mit einer feinen Injektionsnadel mit einen Hauch Ballistol H1 Spezial-Öl benetzt, alles wieder vorsichtig zusammengebaut und getestet. Nun läuft der Motor wieder leise und ohne Quietschen. 

mittleres Foto - Entstörkondensator 

... in Fachkreise wohl auch "Knallfrosch" genannt ... Das Bild sagt alles. Der C107 hat dicke Backen gemacht und wird bald ersetzt.

mittleres Foto - Tonarm-Mechanik 

Das Problem, dass der Tonarm beim Zurückschwenken auf die Tonarmstütze hängen blieb (!), lag an der falschen Grundeinstellung des Schalthebels. Dieser muss in der End-Position so eingestellt sein, dass der Tonarm-Mikroschalter geschaltet ist. In meinem Fall hat evtl. der Vorbesitzer den Tonarm irgendwann einmal aus Versehen weit in Richtung Plattenteller-Mitte gedrückt und dabei die Grundeinstellung verstellt. Dass erklärt dann auch das falsche Aufsetzen des Tonarms.

Ich habe dann die Schraube (B) - siehe Abb. 1 im Wartungsheft - gelöst und nach einigen Versuchen die Grundeinstellung und den Aufsetzpunkt so gut es ging wieder hergestellt. Dabei muss man aufpassen, dass der Schalthebel sich nicht nach unten bewegt. Sonst bleibt der Tonarm beim Abspielen wegen zu großen Widerstand auf der Stelle hängen und die Nadel springt.

Für die weiteren Schritte habe ich Liqui Moly Siliconfett für die Plastik-Zahnräder, Enstörkondensator und ein paar weiter ELKOS für die Netzteilplatinen bestellt.

Aktuell läuft der STS wieder sauber in allen Funktionen und macht ordentlich Wums am CA10 Verstärker und den TLX 22/4 Lautsprechern. Ich denke, ich werde dem guten Stück noch eine neue Nadel spendieren.

Vielen Dank nochmals !!! Ich werde weiter berichten und neue Fotos einstellen, wenn die Ersatzteile angekommen sind und das Gerät zusammengebaut ist.

Viele Grüße Lutz


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#15
Hallo Lutz,

ich habe Deine Empfehlung bzgl. des quietschenden Motors aufgegriffen und siehe da, jetzt läuft er noch ruhiger th_up .

Gruß
Andreas
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#16
Hallo Andreas,
freut mich, dass es bei Dir auch funktioniert hat. Ist etwas kniffelig mit dem Öffnen der schwarzen Abdeckung ...

Ich habe heute den "Central Power Switch" aus dem S1 Trum ausgebaut. Die haben damals auch eine Schurzschaltung / Einschaltverzögerung eingebaut.

Ich werde so was Ähnliches einbauen. Bei ebay habe ich diesen Bausatz entdeck, den man bestimmt auch in den STM 1 einbauen kann, wenn der Petrick Schalter mit der nachgelagerten, mechanischen Einschaötverzögerung den Geist aufgegeben hat. 

https://ebay.io/m/AbXjOb (siehe auch Foto 4)

Bis die Ersatzteile für den Plattenspieler da sind, nehme ich mir die anderen Komponenten des "S1 Turms" vor.

Viele Grüße

Lutz


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#17
Aber das Teil von Tubeland soll doch verhindern, dass beim Einschalten großer Verstärker die Sicherung im Sicherungskasten rausfliegt. Also eine Einschaltstrombegrenzung für große Trafos.
Im Plattenspieler braucht man so etwas eher nicht
Gruß

Jan

Si vis pacem, para bellum

Angeschlossene Dreher:
2x Victor QL-Y77F, Technics SL-1300

Darf gehen:
Technics SL-Q 33, Sony PS 5550, Luxman PD-284

ToDos:
Sharp Optonica RP-5100, SABA PSP 910, Dual 1019, Dual 1219

[Bild: https://plattenspieler-forum.de/gallery/..._44_29.png]
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#18
Hallo Jan,

richtig, für den Plattenspieler brauche ich das nicht. 

Aber ... der Plattenspieler steht oben auf dem Telefunken S1 Rack und das hat eine Steckdosenleiste mit zentraler Ein-/Aus-Schalung für alle Geräte:

von oben nach unten sind das: 

- STS 1 (Plattenspieler) 
- STM 1 (Endstufe) 
- STT 1 (Tuner) 
- STP 1 (Vorverstärker) 
- STC 1 (Tapedeck). 

Da auch der "Hauptschalter" für den Turm fest sitzt, muss ich das auch ersetzen ... 

Viele Grüße

Lutz
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#19
Das erklärt es natürlich Smile
Gruß

Jan

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[Bild: https://plattenspieler-forum.de/gallery/..._44_29.png]
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#20
(Gestern, 21:44)Taylor schrieb: wenn der Petrick Schalter mit der nachgelagerten, mechanischen Einschaötverzögerung den Geist aufgegeben hat. 

Ja, die Dinger haben ihren Lebenszyklus nahezu alle erreicht. Gerade Telefunken, Saba und Grundig haben die massenhaft verbaut. Den hinteren Teil bekommt man zwar wieder ganz gut hin, Murks bleibt es trotzdem.
Gruß
Michael
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